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2026 - Förderkreis Mindelheimer Museen eV

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Museumsverein auf Reisen

Am 1. Mai startete der Förderkreis Mindelheimer Museen zu einem dreitägigen Ausflug nach Dresden. Erster Halt war für den fast vollbesetzten Bus Mödlareuth, wo wir eine Parkplatz-Brotzeit genossen und eine Führung mit Film im Grenzlandmuseum von Dr. Tiersch.. Weiter ging es dann mit einer Besichtigung mit Führung im Schloss Moritzburg. Das Wasser- und Lustschloss präsentierte sich bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite und beeindruckte durch die gediegene Innenausstattung.
Der zweite Tag begann mit einer Stad Besichtigung mit Hop On Hop Off Bus. Die zweistündige Rundfahrt zeigte und erklärte alle Sehenswürdigkeiten der "Elbflorenz" . Danach besuchte der Großteil der Reisegruppe das Verkehrsmuseum. Ein kleinerer Teil interessierte sich für andere Museen wie Grünes Gewölbe oder Hygienemuseum, bzw. Sonderausstellungen im Zwinger. Anschließend traf man sich in der Kutscherschänke zum Abendessen. Den Abschluss des Tages bildete eine Elbebootsfahrt mit einem über 100 Jahre alten Dampfradschiff auf dem schmissige Dixie Musik geboten wurde. Auf der Heimfahrt machten wir noch Halt in Marienbad und Waldsassen wo wir die barocke Kirche erklärt bekamen. Die Teilnehmer waren ausnahmslos zufrieden mit dem Verlauf der Reise und natürlich mit dem Wetter, das uns mit Sonnenschein verwöhnte.

Die Bilder zeigen die Frauenkirche (extra) Grenzlandmuseum, Moritzburg, Nachtwächter, Zwinger und unser Dampfschiff
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Kneipp im Fokus

Harald Klofat brachte anlässlich einer Veranstaltung des Mindelheimer Förderkreises der Museen das Leben des Heil-Pfarrer Sebastian Kneipp in einer hervorragenden Lesung dem Publikum nahe. Wenig bekannt ist zum Beispiel, dass er im Mindelheimer Mayenbad als medizinischer Leiter vorgesehen war, was er ablehnte und der Besitzer, ein Apotheker, ihn in einer Schmähschrift daraufhin verunglimpfte. Auch seine Reise nach Rom zum damaligen Papst Leo 13. wurde thematisiert und sein Werdegang vom armen Webers Sohn aus Stefansied zum weltbekannten Heilpfarrer.
Im zweiten Teil der Lesung kam Thomas von Wikullil, ein Dortmunder Grafiker und Autor, zum Zuge, der Auszüge aus seinem Buch, SOKO-Kneipp (erhältlich im Högel Verlag), zu Gehör brachte. Da ging es um Mozartkugelmord und Goldwäschevergehen. Selbst eine noch unveröffentlichte Geschichte wurde präsentiert. Die kurzen Geschichten des Buches sind fiktiv und haben den 'genialen' Pfarrer Kneipp als Kommissar zum Inhalt. So kam das Publikum auch in humoriger Weise mit Kneipp in Kontakt, was ebenfalls viel Beifall erzeugte.

Bild: Die Akteure der Kneipp-Lesung. Ernst Woisetschläger vom Förderkreis Mindelheimer Museen, Harald Klofat und Thomas von Wikullil v.l.n.r
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Museumstreff: Neue Schätze aus dem Depot der Museen


Vortrag für die Mitglieder des Förderkreises Mindelheimer Museen e. V. am 23.02.2026.

Der Förderkreis der Mindelheimer Museen e.V. lud, zusammen mit dem Museumsteam, am 23.02.2026 zur Veranstaltungsreihe „Schätze aus dem Depot“ ein. Im gut besetzten museumspädagogischen Raum der Museen konnte Vorstand Ernst Woisetschläger die zahleichen interessierten Mitglieder des Förderkreises zum dialogischen Vortrag von Markus Fischer und Friederike Haber begrüßen. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern warfen Museumsleiterin Friederike Haber M.A. und Markus Fischer wieder einmal einen Blick hinter die Kulissen – direkt in die riesigen Depotbestände der Museen. Diesmal sollten allerdings keine Einzelobjekte und deren Ge-schichte präsentiert werden. Vielmehr sollte anhand ausgewählter musealer Objekte gezeigt werden, was ein Objekt eigentlich zum „Depot-Schatz“ macht.

Gleich eingangs stellte die Museumsleiterin die provokante Frage: „Warum kaufen die Mindelheimer Museen eigentlich immer wieder neue Objekte an, obwohl die Depots mehr als voll sind?“ (Bild 1) Wie Frau Haber erläuterte, ergebe sich dies aus der ersten der fünf Kernaufgaben eines Museums: 1. Sammeln, 2. Bewahren, 3. Forschen, 4. Präsentieren und 5. Vermitteln.

Das Sammeln ist die Grundvoraussetzung für ein Museum, doch muss das Sammeln heutzutage zielgerichtet erfolgen und nicht mehr so wie bei der Gründung des Heimatmuseums im Jahr 1903, als man „Altertümer“ jeder Art zum Museumsobjekt auserkor.

Heute haben die Museen ein Sammlungskonzept, welches die Sammlungsgebiete absteckt, Erwerbsrichtlinien definiert und das Museum dadurch inhaltlich ausrichtet. Denn nur durch Kontext, Forschung und konzeptionelle Bewertung wird aus x-beliebigen Antiquitäten – also aus den oben genannten „Altertümern“ – Museumsobjekte und vielleicht sogar „echte Depotschätze“.

Im Rahmen des Vortrags stellten Haber und Fischer sowohl transparent als auch ganz konkret dar, wie Entscheidungen rund um die Sammlungen und Bestände getroffen werden.

So präsentierte Frau Haber zwei fast identische Krippenfiguren. Eine der beiden stammt aus der Hauskrippe der Familie Fackler-Hartmann; die andere Figur gehörte
zum Repertoire der Krippe der Englischen Fräulein (Bild 2 und 3). Gemeinsam „er-zählen“ die beiden Figuren von der mutmaßlichen Zusammenarbeit der Mindelheimer Klosterschwestern und des Bäckers Lorenz Fackler im 19. Jahrhundert. Offenbar steuerte Fackler die Körper der Figuren bei, während die Englischen Fräulein als Partner in diesem „Jointventure“ die Figuren bekleideten. Dass diese Krippenfiguren optimal in die Bestände des Schwäbischen Krippenmuseums passen, weil sie exemplarisch von der typischen Arbeitsteilung bei der Herstellung von Krippen in Schwaben berichten, war man sich einig. Ob eine Krippe des Niederbayerns Sebastian Osterrieder (Bild 4) hingegen ebenfalls zu „schwäbischen“ Sammlung gehören sollte, lieferte Diskussionsstoff. Die Krippe entstand zwar nicht in Schwaben, doch wurde sie von den Mallersdorfer Schwestern erworben und in Memmingen bis in die 1990er Jahre aufgebaut.

Als drittes Beispiel wurde eine Figur der so genannten „Wittelsbacher Krippe“ dem Publikum präsentiert. Diese Krippe entstand in Ungarn und kam ebenfalls erst in den 1990er Jahren als Leihgabe ins Schwäbische Krippenmuseum; jedoch mit dem Unterschied, dass keine Bezüge zur schwäbischen Krippenkunst auszumachen sind.

Als weiteres Beispiel für Objekte, die keinen Bezug zu den Mindelheimer Sammlungen aufweisen, diente ein Damenportrait, welches dem Heimatmuseum zugerechnet wird, obwohl es aus Würzburg stammt und erst 1956 nach einem Gemälde von etwa 1830 geschaffen wurde. (Bild 5) Dem gegenüber stellt der stellvertretende Museumsleiter Markus Fischer ein ganz besonders Kaffeeservice mit Mindelheimer Bezug. Sämtliche Teile des Services, bei dem es sich um ein Hochzeitsgeschenk handelte, sind mit Fotos bedruckt: Das Milchkännchen ziert ein Bild der Braut (Bild 6), während das Konterfei des Bräutigams auf der Kaffeekanne seinen Platz fand. Die Brautleute Kleinheinz erhielten das Geschirr zur Hochzeit 1879 von Verwandten, die sich wiederum auf den Tassen haben verewigen lassen.

Da dieses Objekt die Sammlung des Heimatmuseums bereichert, indem es das Selbstverständnis des Mindelheimer Bürgertums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts illustriert, erfolgte ein Ankauf, welcher nur durch die Spende des Förderkreises der Mindelheimer Museen möglich wurde. „Um bestehende Lücken in Sammlungen zu schließen, werden hin und wieder Objekte angekauft, obwohl die Depots mehr als voll sind“, beantwortete sich Friederike Haber ihre eingangs gestellte Frage
selbst. Markus Fischer betonte, dass jedoch nur eines von etwa 10 angebotenen Objekten den Weg in die Sammlung finde.
Doch was passiert mit Objekten, die bereits Teil der Sammlung sind und keinen Bezug zum definierten Sammlungskonzept haben?

Sofern es sich um Leihgaben handelt, können diese an die Leihgeber zurückgegeben werden. Schenkungen können – sofern die ehemalige Besitzer*in ausfindig gemacht werden kann – rückabgewickelt werden. Auch ein Verkauf bzw. die Eingabe von Objekten bei Auktionen durch Museen ist heutzutage kein Tabu mehr, um die Sammlungen konzeptionell zu bereinigen.
Möglich ist es auch, Doubletten – also Objekte, die in der gleichen Form mehrfach vorliegen – im Bereich der Museumspädagogik einzusetzen.
Mit einem alten Spinnrad (Bild 7) könne man die alte Handwerkstechnik des Spinnens veranschaulichen. Im Archäologiemuseum werden Fundstücke des ehemaligen Kreisheimatpflegers Peter Hartmann seit vielen Jahr äußerst erfolgreich zum „Begreifen“ der Geschichte ein-gesetzt. Derartige Hand-On-Führungen wurden von Peter Hartmann schon seit der Gründung des Museums 1994 angeboten und erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Besonders beliebt bei den Besuchenden sei ein römisches Öllämpchen, das auf dem Türkheimer Goldberg gefunden wurde (Bild 8), und auch bei den Mitgliedern des Vereins Begeisterung und die Vorfreunde auf eine neuerliche und baldige Führung durchs Archäologiemuseum weckte.

Text: Friederike Haber, M.A .und W. Hackl, , Fotos: Wolfgang Hackl, Bild 1: Präsentation Bild 2: Krippenfiguren Bild 3: Frau Haber präsentiert die Krippenfiguren Bild 4:Osterrieder Krippenfigur Bild 5: Damenbildnis Bild 6: Milchkännchen mit Portrait Bild 7: Spinnrad Bild 8: antike Öllämpe

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